Ballgame nach mehr als zwei Monaten: Roosters vs Eagles 16-17

Samstag der 24. August 2013

„Eine Niederlage können wir uns noch leisten“, hatte Team Manager David Latt #99 gesagt  (wenn die Sluggers auch verlieren) und die leisteten sich die gut gelaunten Roosters einfach an diesem sonnigen Samstag. Zur Erinnerung: am 16. Juni 2013 waren die Roosters frustriert und geschlagen aus Mahlow zurückgekehrt. Sie hatten ein grauenvolles Spiel hinter sich. Sie hatten in den Wochen zuvor die Sliders und die Wizards (beide Teams stehen jetzt im Halbfinale) deutlich besiegt und hatten dennoch am 16. Juni zusehen müssen, wie ihre Defensive auseinander genommen und vorgeführt wurde. Gefühlt war das die schlimmste Niederlage der Saison gewesen. Als sich die Roosters damals in ihrer Neuköllner Heimat zurück in ihre kuscheligen Bettchen zu ihren sanften Freundinnen gerollt hatten, erreichte sie eine verheißungsvolle Nachricht. Das Spielergebnis war ungültig! Der Scorer der Eagles hatte einen Punkt der Roosters unterschlagen, so dass der Endstand von 16-17 in Wahrheit 17-17 lautete. Ein Verein muss aber gewinnen, so dass ein neuer Termin auf den 24. August angesetzt wurde. Austragungsort war der schöne Flamingos Ballpark.

Die Roosters wollten hier gar nicht verlieren, aber die Chancen standen wirklich nicht gut. Das Spiel wurde ja nicht wiederholt, es wurde fortgesetzt und zwar unter den widrigsten Umständen für die Roosters. Das Spiel war in Mahlow in der zweiten Hälfte des vierten Innings nach zweieinhalb Stunden beim Stand von 16-17 beendet worden. Der Verband wollte die Spielsituation nachbauen bevor der letzte entscheidende Run eingefahren wurde. Das hieß: Runner auf eins, null aus, 16-16. Das hieß auch, dass das Spiel beendet war, sobald ein Eagle über die Homeplate rannte und der Run zählte. Diese Möglichkeit war bei null aus und einem Runner auf eins sehr wahrscheinlich. Trotzdem rückten die Roosters pünktlich zwei Stunden vorher an. Die Nachricht über den Sieg der Sliders über die Sluggers erreichte die frohen Blauhosen auf dem Weg, sie freuten sich, weil die Sluggers durch ihre Niederlage nun die Tür zu den Playoffs weiter geöffnet hatten. Die Roosters durften also ein Spiel verlieren und eins mussten sie gewinnen. Ob das heute die Eagles oder am folgenden Tag die Potsdamer Porcupines waren, das juckte niemanden.

Es ging los, ein Eagle schlurfte zur eins, Florida Boy #7 bestieg den Mound und Lukasz Bucki #79 brachte sich hinter der Platte in Position. Der erste Schlagman produzierte einen Pop Up (Kerze) ins Infield, der sicher gefangen wurde. Der zweite Schlagmann ging an der Platte unter (Strike Out). Die Roosters waren hoffnungsvoll, schafften sie das dritte aus, würden sie an den Schlag gehen und dann wäre der Sieg sehr nah. Der Runner stealte zur zweiten Base. Der dritte Schlagmann schlug einen “Baltimore Chop“ (Ball schlägt so hart in den Boden, dass er hoch aufspringt und die Fielder keine Chance haben das Aus an eins zu machen), der Ball ging über die zweite Base ins Outfield und der Runner erreichte sicher die Homeplate. Verhaltener Jubel der Eagles. Es kam zu keinen Bench clearings (Auseinandersetzung bei der alle Spieler die Bank verlassen und das Feld bestürmen). Die Roosters ärgerten sich zwar, aber verbuchten das als Pech und wie gesagt, es war nicht tragisch. Es erhöhte zwar den Druck ein bisschen, das letzte Spiel in Potsdam musste gewonnen werden, aber die Roosters waren so heiß, da machte sich niemand Sorgen.

Colin #55